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elektrklar

Ratgeber

FI-Schalter fliegt raus: Ursachen finden, ohne zu raten

Aleksandar Cvetković, Gründer und Techniker

. 4 Min. Lesezeit

Kurz gesagt

In den meisten Fällen ist ein einzelnes Gerät schuld, und Sie finden es in zehn Minuten selbst: alle Verbraucher abstecken, FI einschalten, dann Stromkreis für Stromkreis zuschalten. Bleibt der FI auch ohne Verbraucher draußen, liegt der Fehler in der Installation. Ein FI-Tausch kostet bei uns 189 €, die Anfahrt 69 €.

Der FI-Schalter, genauer der Fehlerstrom-Schutzschalter, ist das Bauteil im Sicherungskasten, das Sie vor einem Stromschlag schützt. Er misst, ob genauso viel Strom zurückfließt wie hingeflossen ist. Fehlen mehr als 30 Milliampere, dann nimmt er an, dass der Strom einen anderen Weg nimmt, etwa durch einen Menschen, und schaltet ab. Wenn er auslöst, hat er also meistens recht. Die Frage ist nur, wer der Auslöser war.

So finden Sie den Verursacher in zehn Minuten

Gehen Sie der Reihe nach vor, das erspart das Raten:

  • Alle Verbraucher abstecken, die Sie erreichen. Waschmaschine, Geschirrspüler, Boiler, Heizlüfter, Ladegeräte, Kaffeemaschine.
  • Alle Sicherungsautomaten ausschalten, dann den FI einschalten. Bleibt er drinnen, ist die Verteilung selbst in Ordnung.
  • Jetzt einen Automaten nach dem anderen einschalten. Der, bei dem der FI wieder fällt, gehört zum verdächtigen Stromkreis.
  • In diesem Stromkreis die Geräte einzeln anstecken. Fällt der FI bei einem bestimmten Gerät, haben Sie den Verursacher.
  • Bleibt der FI draußen, obwohl alle Automaten aus sind, dann rufen Sie an und probieren nicht weiter.

Schreiben Sie mit, welcher Automat und welches Gerät beteiligt waren. Das verkürzt unseren Einsatz und damit Ihre Rechnung.

Die acht häufigsten Ursachen

Defektes GerätWaschmaschine, Geschirrspüler, Boiler und Heizlüfter stehen ganz oben. Feuchtigkeit im Gerät reicht schon.
Feuchtigkeit in der InstallationNach Wasserschaden, in Außensteckdosen, in Kellern und Waschküchen.
Summe vieler kleiner AbleitströmeViele Netzteile, LED-Treiber und Wechselrichter zusammen. Jedes für sich unauffällig, gemeinsam über der Schwelle.
Beschädigte LeitungBohrloch, gequetschtes Kabel hinter einer Sockelleiste, gealterte Stoffleitung im Altbau.
Falsch angeschlossene Leuchte oder SteckdoseNullleiter und Schutzleiter vertauscht, ein Klassiker nach Eigenmontage.
Alter FIMechanik ermüdet. Wenn der Schalter schon bei Erschütterung fällt, ist er selbst der Fehler.
Falscher Typ am LadepunktFür Ladepunkte verlangt OVE E 8101 Unterabschnitt 722.531.3 einen eigenen FI je Anschlusspunkt, Typ A mit Gleichfehlerstromerkennung ab 6 mA oder Typ B.
Zu viel auf einem FIHängt die ganze Wohnung an einem einzigen FI, nimmt jede Störung alles mit. Getrennte Kreise sind der Unterschied zwischen einem dunklen Zimmer und einer dunklen Wohnung.

Fällt der FI nur manchmal, ist es meist Feuchtigkeit oder Summe

Ein Fehler, der nur bei Regen, nur beim Waschgang oder nur nachts auftritt, ist kein Zufall. Feuchtigkeit in einer Außensteckdose zeigt sich bei Wetter, ein defekter Heizstab im Geschirrspüler beim Aufheizen, und Ableitströme summieren sich dann, wenn viele Geräte gleichzeitig laufen. Genau solche Fälle erledigen Sie nicht mit Ausprobieren, sondern mit einer Messung. Wir messen den Ableitstrom im Betrieb und trennen so den echten Isolationsfehler von der bloßen Summe. Wenn es die Summe ist, hilft die Aufteilung auf mehrere FI, nicht der Tausch des einen.

Was Sie selbst dürfen und was nicht

Wieder einschalten dürfen Sie immer, und die Prüftaste drücken auch. Alles, was hinter der Abdeckung des Sicherungskastens liegt, gehört in Fachhände, ebenso das Anklemmen von Leitungen. Wer den FI dauerhaft überbrückt oder ausbaut, weil er ständig fällt, nimmt genau den Schutz weg, der ihn vor dem Stromschlag bewahrt. Auch der Umkehrschluss stimmt nicht: dass ein FI nie auslöst, heißt nicht, dass er funktioniert. Die Prüftaste ist der Test dafür. Im Arbeitnehmerschutz verlangt die Elektroschutzverordnung 2012 in § 7 Abs 3 mindestens halbjährlich, für die Wohnung ist das der sinnvolle Rhythmus.

Wann Sie sofort anrufen sollten

  • Brandgeruch, Schmoren oder sichtbare Hitze am Verteiler oder an einer Steckdose. Dann Hauptschalter aus und Feuerwehr 122.
  • Der FI lässt sich nicht mehr einschalten, auch nicht mit allen Automaten aus.
  • Es kribbelt beim Berühren eines Geräts, einer Armatur oder eines Rohres.
  • Der FI fällt nach einem Wasserschaden. Feuchtigkeit in der Installation trocknet nicht zuverlässig aus.
  • Es gibt gar keinen FI. Dann ist die Frage nicht, warum er fällt, sondern warum er fehlt.

Ist die ganze Wohnung dunkel und die Nachbarn haben Strom, dann liegt der Fehler in Ihrer Anlage und der Elektriker ist zuständig. Sind ganze Häuser dunkel, ist es das Netz. Wiener Netze nimmt Stromnetzstörungen rund um die Uhr unter 0800 500 600 entgegen.

Was fehlt, wenn kein FI vorhanden ist

In Wiener Altbauwohnungen ist das keine Seltenheit. Für Steckdosenstromkreise verlangt die Norm 30 mA, im Bad gilt das für alle Stromkreise. Wer selbst in der Wohnung wohnt und nichts verändert, ist durch den Bestandsschutz im Elektrotechnikgesetz § 4 Abs 1 gedeckt, gefährlich bleibt es trotzdem. Wer vermietet, hat keine Wahl: seit 13. Juli 2010 verlangt die Elektrotechnikverordnung bei Vermietung mindestens einen FI mit höchstens 30 mA unmittelbar vor den Leitungsschutzeinrichtungen, unabhängig vom Zustand der übrigen Anlage. Wie das im Detail läuft, steht im Ratgeber zum E-Befund.

Was die Reparatur bei uns kostet

FI-Schalter nachrüsten oder tauschen189 €
Sicherungsautomat tauschen79 €
Verteiler teilweise erneuern, bis 12 Module490 bis 890 €
Anfahrt in ganz Wien, einmal pro Einsatz69 €
Notdienst, Montag bis Freitag 7 bis 17 Uhr, Grundpreis149 €

Die Fehlersuche rechnen wir nach Aufwand, der Grundpreis im Notdienst enthält Anfahrt, Fehlersuche und die ersten 30 Minuten Arbeit. Alle Preise inklusive 20 Prozent Umsatzsteuer, die vollständige Liste steht in der Preistafel. Wenn Sie uns vorher sagen, welcher Automat beteiligt war und ob ein bestimmtes Gerät im Spiel ist, sind wir schneller fertig.

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189 €

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